Über die Skulpturen von Joachim Manz

Joachim Manz gelingt eine besondere Verbindung, die wie die Quadratur des Kreises scheint: das Statisch-Tektonische und das Bewegliche sowie zugleich das Zweidimensionale der Zeichnung mit dem Dreidimensionalem der Skulpturzu vereinen – und zwar auf einfachste, präzise und zugleich poetische Weise. Joachim Manz realisiert seit über einem Jahrzehnt Skulpturen aus Beton, die auf einfachen Stahlgerüsten stehen. Diese Modell-Skulpturen verweisen auf den realen Raum als Bezugsgröße: der «Pavillon mit Vorplatz», 1998 ist aus Beton geformt, kleine Miniaturlampen leuchten real wie bei einem Architektur-Modell. Doch dies ist das Werk und es ist nicht als Verweis auf eine vergrößerte Form gemeint. Bei den Werken ist deutlich, daß dies die Skulptur selbst ist, nicht das Modell für eine Vergrößerung – doch das Spiel mit der Illusion ist für den Betrachter immer wieder reizvoll, gerade weil es sich nicht um Modelle handeln kann, die Differenz zu einer gebauten Architektur, einem real funktionierenden Gebäude macht einen Ausgangspunkt der Faszination aus. Die formale Präzision ist sicherlich auch bei vielen Architektur-Modellen vorhanden, doch Manz führt seine Skulpturen in handwerklich präzis bearbeiteten, geglätteten, abgegossenen und unbemalten Beton, den wir eher der realen, großdimensionierten Architektur zuordnen möchten. (Wulf Herzogenrath) Joachim Manz entwirft keine Modelle. Er baut nicht mit Holz oder Plexiglas, sondern aus Beton und Fliesen, Er schafft eine Miniatur-Architektur, die eigene Realität hat. Zu dieser Realität gehört es, paradoxe Situationen auszukosten; etwa die Tatsache, dass ein Volumen, das mit Wasser gefüllt ist, hermetisch abgeschlossen ist, aber transparent bleibt, ein Material als Wasser auftritt, aber gleichzeitig immateriell spiegelt und in seiner Unbeweglichkeit einen Eindruck von Stille auslößt, unwillkürlich Traumschichten öffnend. (Doris von Drahten) Die Orte, die Achim Manz für seine skulpturalen Eingriffe aussucht, sind weder schön, noch erzählerisch. Es sind periphere Stellen, an denen man gedankenlos vorübergeht oder fährt. Meist sind es Passagen, Brücken, Um- oder Überleitungen, «Knickstellen», die einen kurzen Bewegungsstillstand erlauben bzw. im Bewegungsfluß ein Moment von Veränderung verlangen. Wie optische Widerhaken keilen sich seine Skulpturen in genau solchen Momenten in die von Gewohnheit entlastete Aufmerksamkeit der Wahrnehmung. Irgendetwas ist anders. (Sabine Schmidt)

Öffentlicher Raum ein Ort für Skulpturen von Joachim Manz

Die Orte, die Achim Manz für seine skulpturalen Eingriffe aussucht, sind weder schön, noch erzählerisch.
Es sind periphere Stellen, an denen man gedankenlos vorübergeht oder fährt. Meist sind es Passagen, Brücken, Um- oder
Überleitungen, «Knickstellen», die einen kurzen Bewegungsstillstand erlauben bzw. im Bewegungsfluß ein Moment von
Veränderung verlangen.

Wie optische Widerhaken keilen sich seine Skulpturen in genau solchen Momenten in die von Gewohnheit
entlastete Aufmerksamkeit der Wahrnehmung. Irgendetwas ist anders.

Die Skulpturen von Joachim Manz

Die Skulpturen von Achim Manz besitzen in ihrer Gesamtform und in ihren Details eine strenge architektonische Sprache.
Sie stehen auf Gestellen aus Metall, die sich in ihrer Gestaltung an den Umrissen der Skulpturenböden orientieren. Trotz
ihrer Aufsockelung sind die Werke nicht als Modelle für eine reale oder utopische Architektur konzipiert worden. Sie sind
plastische Konstruktionen, die auf die Imagination von Raum, Bewegung und Zeit jenseits funktionaler Bezüge zielen. Die
handwerklich präzise Verarbeitung der Werkstoffe verstärkt die kühle und distanzierende Wirkung, die von den Decken
und Wänden mit ihren glatt eingeschnittenen Öffnungen ausgeht. An den Oberflächen zeigen sich Spuren der
Verschalung oder eine malerische Patina, die von durchsickerndem Wasser verursacht werden kann.

Die Wandarbeiten von Joachim Manz

Joachim Manz verknüpft die beiden Felder “Öffentlicher Raum” und “Innenraum” miteinander. Dazu baut er eine Reihe von Betonskulpturen / Architekturen die in die Wand eingelassen werden so, als befänden sie sich schon immer an diesem Ort. Sie unterliegen einer subtilen "Nutzbarkeit" und überaschen in ihrer "Funktion".

Architekturen von Joachim Manz

Die Orte, die Joachim Manz baut, sind keine Modelle für eine erstaunliche, möglicherweise bewohnbare Architektur, dann wären sie surrealistische Entwürfe für einen verfremdeten Alltag. Die Dimension dieser Arbeiten liegt auf einer diametral entgegen gesetzten Ebene – dadurch, dass sie ihre eigene Wirklichkeit nach ihrem eigenen Regelwerk und ihren selbst
auferlegten Zwängen bauen, konstruieren sie so etwas wie Stationen einer unbekannten Freiheit, wo der Betrachter seine
gewohnten Gedankengänge hinter sich lassen kann, um in neue Räume, in verschüttete Winkel seines Bewußtseins
vorzudringen. Und darin liegt die große Herausforderung dieser Plastiken.

Stadtstücke von Joachim Manz

In der Werkreihe "Stadtstücke" werden die beiden Arbeitsfelder "öffentlicher Raum" und "Innenraum" miteinander verzahnt. Während relativ kleine, diskrete Betonminiaturen im öffentlichen Stadtraum installiert sind, werden deren Gussformen aus Schalplatten, Styrodur und Acrylglas in modellhaft erweiterter Form im Galerieraum gezeigt.

 

 

Aktuelles

Folgende Ausstellungen für 2006/07 sind in Vorberereitung:
Architekturgaleie Aedes East/Pavillon, Berlin
24. März - 4. Mai 2006
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog
www.aedes-arc.de

Kunsthaus Kaufbeuren
'Beton'
16. März - 18. Juni 2006
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog
www.kunsthaus-kaufbeuren.de

Neue Architekturen/Skulpturen
Galerie Beim Steinernen Kreuz, Brigitte Seinsoth, Bremen
November - Dezember 06

Kunst im öffentlichen Raum, Früjahr 2007
Realisierung der 'Inseln' im Hugo-Bürkner Park, Dresden

Impressum

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